Merch by Amazon - Erkenntnisse

Meine T-Shirt Designs biete ich über Merch by Amazon (MbA) an. Viele haben einen Amazon Account und daher ist der Kundenkreis sehr groß. Allerdings ist auch die Konkurrenz anderer T-Shirt Designer enorm.
Im Artikel T-Shirt Business - Einführung habe ich bereits kurz erwähnt, dass MbA wie ein Spiel aufgebaut ist. Ich bin noch ein Anfänger und als solcher, möchte ich meine bisherigen Erfahrungen mit Merch by Amazon hier in diesem Artikel teilen.


Grüner Alien mit Kaffee und Keks bzw. Waffe T-Shirt [1]

amazon.com:

MbA als Spiel

Natürlich ist Merch by Amazon kein Spiel, aber es hat Gamification Features, denn wenn man einige T-Shirts verkauft, steigt man einen Level auf.

Sie nennen das, man kommt in einen anderen Tier (=Rang).
Man beginnt bei Tier 10, d.h. man darf nur 10 Designs hochladen und nur ein Design pro Tag.
Ein Design ist eigentlich mehr ein Produkt. Zwar kann man bis zu 5 T-Shirt Farben auswählen pro Produkt, aber wenn man ein langärmliges T-Shirt oder einen Hoodie anbieten will, dann ist das jeweils ein eigenes Design. Häufig habe ich ein Design in zwei Variationen, einmal für dunklen Hintergrund (schwarze, dunkelblaue Shirts) und einmal für einen hellen Hintergrund (weiß, hellblau, rosa), dann sind das schon mal 2 Designs.
Hat man dann ein T-Shirt verkauft, dann kommt man in Tier 25, da darf man schon drei T-Shirts am Tag hochladen und bis zu 25 Designs maximal (also 15 dazu, falls man die 10 von Tier 10 schon voll hat). Um den Rang zu wechseln muss man auch immer mindestens 80 % der max. möglichen Designs hochgeladen haben. Weiter geht es dann mit Tier 100, da darf man dann 10 pro Tag hochladen und muss ca. 30 verkaufen um dann auf Tier 500 zu gelangen. Und so geht das weiter.

Dieses "Spiel" motiviert einen, dass man sich immer neue Designs ausdenkt und das man sich mit Verkauf und Marketing auseinandersetzt.

Suchergebnis Reihenfolge

Führt man eine Suche bei Amazon aus, dann ist die erste Zeile und die letzte der Suchergebnis Seite anscheinend besonders begehrt. Dort werden meist die sponsored Produkte angezeigt. Diese sind auch markiert, jedoch achte ich erst, seit ich Produkte anbiete.
Auch wenn es zum Suchthema keine gekauften Elemente gibt, sind meist diese Plätze für besonders verkaufsstarke Produkte reserviert.
Um abzuschätzen, welche Produkte sich verkaufen, ist der Verkaufsrang sehr aussagekräftig. Diesen sieht man jedoch nur in der Detailseite, außer man verwendet z.B. die Chrome extension: DS amazon quick view.


Dann sieht man auch die Verkaufsränge auf der Suchergebnisseite (unterstützt amazon.de nicht) und bekommt einen kleinen Einblick, wie die Reihenfolge der Anzeige funktioniert.
Amazon mischt das ziemlich gut. Oft sind Produkte, die sich noch nie verkauft haben auch schon auf der ersten Seite vertreten (jedoch nicht in der ersten Zeile und auf den letzten Plätzen der Seite).
Amazon versucht also, dass man am Schluss nochmals coole Produkte sieht und so Lust hat auch die nächste Seite des Suchergebnisses anzusehen (oder dass man doch noch ein Produkt anklickt, wenn man schon so weit nach unten gescrollt ist).
Auch freut es mich, dass man die Chance bekommt, auf der ersten Seite mal aufzutauchen, denn wer sieht sich schon die zwanzigste Suchergebnisseite an.

Suchergebnis Standort/Lieferungsort

Warum findet man seine T-Shirts nicht. Der Grund ist, dass Amazon.com Print On Demand T-Shirts nicht nach Europa liefert und daher auch nicht im Suchergebnis anzeigt. Hat man direkt einen Link wird einem das T-Shirt angezeigt, aber man sieht den Hinweis, dass es nicht geliefert werden kann.

Das ist ein Problem, beim Suchen nach Ideen. Aber es gibt einen einfachen Trick, man gibt eine zusätzliche Lieferadresse ein und wählt die dann oben links aus:

Verdienst

Wie jeder Verkäufer, darf man den Verkaufspreis selbst festlegen. Einen Teil behält Amazon für deren Kosten und den Rest bekommt man dann in einer monatlichen Überweisung ausbezahlt. Es gibt keinen festen Betrag, wieviel das T-Shirt kostet. Je mehr man verlangt, umso mehr behält sich auch Amazon. D.h. verkauft man das Shirt z.B. für $15 bekommt man vielleicht $1, verlangt man aber $20 erhält man nicht $6 sondern ca. $4. Amazon verdient also mit teuren Shirts mehr. Ob sie deshalb diese Shirts irgendwie bevorzugen bei der Präsentation (Suchergebnisse) ist schwer zu sagen. Den Preis kann man übrigens immer wieder mal verändern, indem man das Design editiert. Wenn ein Shirt z.B. eine positive Bewertung erhält oder sich besonders gut verkauft, kann man durchaus den Preis ein wenig anheben.

Natürlich darf man die rechtliche Seite nicht vergessen (Steuern, Gewerbe, ...).

Design rejected

Lädt man ein Design hoch, dann wird das von Amazon überprüft. Das geht oft sehr schnell, manchmal dauert es aber auch ein paar Tage, wenn es das Team überprüfen muss. Ob das zufällig passiert oder, ob das passiert, wenn sich die künstliche Intelligenz nicht sicher ist, weiß ich nicht.
Die ersten Designs scheinen immer manuell überprüft zu werden.

Immer wieder passiert es, dass ein Design abgelehnt wird. Man bekommt dann eine E-Mail, dass das Produkt rejected wurde. Das ist sehr ärgerlich, denn Amazon kann natürlich die Zusammenarbeit aufkündigen.
Meist weiß man nicht, was das Problem ist. Doch man muss das E-Mail genau lesen, es ist ein Hinweis dabei, dass z.B. es nicht mit dem Jugendbestimmungen vereinbar ist. Dann kann man das Design nochmals einreichen. Es genügt dazu das Design im Portal zu editieren und z.B. abhaken, dass es Kindershirts dafür gibt, um es dann gleich wieder einzureichen.
Oder man findet heraus, welcher Text Amazon stören kann und ändert diesen dann.
"Nicht immer Blumen oder eine Flasche Wein als Valentinsgeschenk, .." wurde abgelehnt. Ich entfernte das mit der Flasche Wein und es ging durch.

Man muss sich unbedingt die Vereinbarungen mal durchlesen (Content Policy), denn es genügt hier nicht der Hausverstand. Z.B. darf man keine Designs machen, die Bezug zu einer eben passierten Katastrophe herstellt oder politische Aussagen sind ein Problem. Man muss sich in Amazon reindenken, es sieht ja so aus, als ob Amazon diese T-Shirts erstellt und Amazon will sich nicht hinter eine Partei stellen oder Gewinn aus einer Katastrophe ziehen. So sind die Einschränkungen schließlich schon zu verstehen.

Marke

Besonders achten muss man natürlich auf Marken. Einen StarWars oder Nike Schriftzug/Logo auf ein T-Shirt zu drucken, wird nicht lange ohne Abmahnung gut gehen.
USA: http://tmhunt.com/, weiter Links siehe weiter unten.

Natürlich muss man auch die Rechte von Fotos haben, auch von solchen, die man verändert, z.B. die Silhouette verwendet.

Österreich

Seit einigen Monaten ist es auch möglich über amazon.de und amazon.uk T-Shirts zu verkaufen.
Leider sind das wieder jeweils eigene Designs, d.h. wenn man ein T-Shirt Design in allen drei Bereichen verkaufen will, dann sind das schon 3 Designs.

Nur in den USA sind bisher auch andere Produkte, als das Standard T-Shirt möglich. Dort gibt es Premium T-Shirts, Longshirts, Hoodies, Sweatshirts und PopSockets. Auch die Farben sind leider etwas anders.

Doch ist es natürlich verlockend, wenn man endlich seine eigenen Shirts bestellen kann und dann sehe ich, dass amazon.de T-Shirts nicht nach Österreich geliefert werden können. :-(

Der Grund ist vermutlich, dass es Amazon anscheinend sehr wichtig ist, die T-Shirts innerhalb weniger Tage (übigens nur ca. 2 Tage!) dem Kunden zu liefern und deshalb wird an allen Ecken und Kanten darauf geachtet, dass es flott geht.
So wird angeblich auch, wenn es Verzug in der Produktion gibt, Designs bei Suchen nicht mehr angezeigt, damit die Bestellungen zurückgehen, bis wieder genug Ressourcen vorhanden sind, damit die Lieferdauer eingehalten werden kann.

So muss man vorerst eben an Freunde in Deutschland die Bestellung senden, die sie dann weitersenden.
Ich hoffe, dass sich das bald ändern wird.

Hat sich geändert, siehe Blog Eintrag: Amazon liefert nach Österreich.

Aus UK habe ich bisher keine einzige Bestellung, wird hoffentlich bald.

Weitere Infos

Man findet sehr viel Info im Internet, mir hat damals besonders folgendes Video den Einstieg erklärt:
YouTube Kanal von Homo Oeconomicus: T-Shirts auf Amazon verkaufen - Grundlagen von Merch By Amazon (MBA)

Fazit

Soweit meine bisherigen Erfahrungen zu Merch by Amazon. Ich habe noch immer Spaß an MbA und freue mich jeden Tag die Verkaufszahlen zu prüfen und hoffe, die nächste Stufe (Tier) bald zu erreichen, um noch mehr Designs machen zu können.

Artikel in diesem Blog


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  1. Amazon Affiliate Link ↩︎